There are strong independet women who still want their hands hold and their foreheads kissed. – unknown
DIY: Buchrestauration -Tipps & Learnings
Zwar bleibt mir gerade nicht viel Zeit um zu Lesen, dennoch geht mir bei gebundenen Büchern das Herz auf. Vor allem die Exemplare, die geliebt und abgegriffen von Generationen von Leser*innen erzählen. Man darf mich oldschool oder sentimental nennen, aber ich freue mich immer wieder solche Examplare in den Hand zu bekommen. Mit etwas Geduld und Restaurantionsarbeit lassen sich die Geschichten fortsetzen .
Kürzlich habe ich dieses Buch in einem Regal entdeckt und durfte es baarbeiten. Der Buchrücken und Einband hatten sich bereits gelöst. Die Seiten drohten ausainander zu fallen. Die Besonderheit lag in den Illustrationen von alten Landkarten innen und außen des Bucheinbandes.
Aufarbeitung des BucheInbandes
Um möglichst viel vom Original zu erhalten, entschied ich mich den urspünglichen Einband aufzuarbeiten statt einen neuen anzufertigen. Lediglich der Buchrücken wurde erneuert und mit den Buchdeckeln verklebt. Dazu habe ich in den Maßen der Breite des Buchrückens und der Höhe des Originalumschlags ein etwa 4 mm starkes Stück Pappe zugeschnitten und auf einem Buchbinderleinen verklebt. (Buchbinderleinen kann man übrigens bei mehreren Anbietern, also üblciherweise auch im Kunstbedarf wie z.B. Modulor finden.)
Die Maße des Leinens ergaben sich ebenfalls aus der Höhe des Umschlags + Achtung: jeweils unten und oben 1 cm Zuschnitt, der fürs Umschlagen ins Buchinnere benötigt wird. Die Breite setzt sich aus der Breite des Buchrückens zusammen + 2 x 6 mm (1x links und 1 x rechts Abstand zwischen Buchrücken und jeweiliger Umschlagseite) + Maß, das auf dem Umschlag aufgeklebt wird. Ich habe mich hier sehr knapp auf 1 cm beschränkt, um nicht zu sehr viel von der Illustration der Umschlagaußenseite wegzunehmen.

Restauration des Rückens
Stärkung und Verzierung des Buchrückens
Den Buchrücken des Buches habe ich mit Gaze (fester Webstoff siehe Bild – beigefarben) fixiert. Diese wird so zugeschnitten, dass sie komplett Höhe und Breite des Buchrückens aus ausfüllt + links und rechts vom Buchrücken noch etwa 1,5 cm übersteht. Die überstehende Gaze wird später in der Buchinnseite verklebt.
Wer will, kann an dieser Stelle den Buchrücken zusätzlich mit einem Kapitalband (wie hier siehe Bildmitte unten in Blau abgebildet) verzieren. Häufig sieht das Buch damit edler aus. Man kann hier auch die Gelegenheit nutzen, noch ein Lesezeichenband darunter strapazierfähig zu verkleben.

Die Kinderfarm
Etwas tricky, die Verklebung des Buchblocks mit dem Cover
Die Karten der in Innenseite sollten zusammenhängend bleiben. Das war etwas kniffelig. Ich musste hier tricksen, denn auf der forderen Umschlagseite (U1 und U2) sind die Kartenseiten beim Zerlegen des Buches glücklicherweise stabil zusammengeblieben. Auf der Rückseite war das Zusammenhalten beider Kartenteile leider nicht möglich. Folgendes ist deshalb zu überlegen: um den Buchumschlag und die Textseiten langlebig miteinander zu fixieren, muss man
a) beide Umschlagseiten auf dem Buchbinderleinen verkleben. (wie oben beschrieben die Abmessungen idealerweise auf das Leinen übertragen und Pappe und Leinen entsprechend verleimen)
b) die dann fertigen Buchdeckel mit dem von einem Vorsatz (hier ist auch nochmal wunderbar erklärt was das ist) gesäumten Buchinhalt verkleben – sprich Leim auf den mit Gaze versehenen Buchrücken auftragen und passgenau in den Rücken einlegen. Den Vorsatz ebenfalls gut einleimen. Buch vorsichtig zusammenklappen und dabei darauf achten, dass nichts verrutscht oder knittert. Im besten Fall liegen durch das behutsame Zusammenklappen Buchinhalt und -rücken so ineinander, dass die Umschlagseiten und Innenseiten parallele Kanten ergeben. Falls nicht, ruhig noch einmal versuchen das Buch aufzuklappen und Dinge neu auszurichten. Buchbinderleim ist meist sehr geduldig. (Hinweis: die Mehrheit der Papiere dehnt sich beim Auftagen des Leimes, also gerne vorher mal an einem Probestück austesten und beim Zuschnitt des Vorsatzes berücksichtigen.) Wenn alles sitzt, ausreichend unter einer Presse trocknen lassen.
Nun noch kurz zum Trick, den ich speziell bei diesem Buch vorhin erwähnte. Der geübte Buchbinder wird jetzt vermutlich mit den Augen rollen ;-). Die Herausforderung auf der hinteren Umschlagseite war, dass einerseits die Gaze vom Buchrücken an die innere Umschlagseite des Buchcovers verklebt werden muss, aber andererseits nicht zu sehen sein sollte. Überlicherweise würde man einfach (siehe oben beschrieben) einen neuen Vorsatz einsetzen. Die Gaze verschwindet damit komplett darunter und wäre nicht mehr sichtbar.
Ich habe mich hier dazu entschieden, die Gaze auf einen Zentimeter runterzuschneiden und dann direkt mit der Umschlagseite zu verkleben. Auf einen neuen Vorsatz habe ich verzichtet. Die Gaze habe ich anschließend mit einem schmalen Streifen gleichfarbigen Papiers veredelt, die fehlende Illustration der Landkarte darauf händisch übertragen. Im letzten Schritt habe ich den Buchblock und die Umschlagseite mit einem kleinen Klebesteifen parallel zum Buchrücken fixiert.
Et voilà – wie neu das geliebte Familienerbstück:

Wer Tipps und Anregungen dazu hat, wie man das auch anders fixen könnte, kann gerne ein Kommentar da lassen. Ich freue mich über den Austausch.
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Life has no remote. Get up and change it yourself. – Mark A. Cooper
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Be kinder to yourself. And then let your kindness flood the world. – unknown
DIY: Halloween Deko mit Kids in 10 min selbst gemacht
Halloween steht vor der Tür und deshalb heute ein schneller Deko- und Basteltipp von mir, für Basteln mit Kleinkind. Einfach und low Budget ist er übrigens auch noch: Papierfledermäuse zum Aufhängen.

Dieses Bastelexperiment ist prima für die Kleinsten geeignet. Alles was man dazu braucht ist etwas Tonpapier in Schwarz, eine Schere und diese lustigen Bastel-Wackel-Dackel-Dings-Bums-Augen sowie Klebstoff.

Schnell ist die Deko gemacht: einfach die Form der Fledermaus aufs Papier auftragen. (gibt es auch als Vorlage online, z.B. hier. (Pinterest, kribbelbunt.de). Ausschneiden und die Augen aufkleben. Wer keine Wackelaugen zur Verfügung hat, kann diese auch selbst aus weißem Tonpaier zuschneiden oder aufmalen.

Je unterschiedlicher die Formen, umso lustiger das Ergebnis. Unsere Inspirationsquelle hatte übrigens noch lustige Gruselzähne…

Zum Schluss noch ein Bindfaden durch – Fledermaus an Feldermaus ergibt z.B. eine schöne Halloween-Girlande. Aber auch einzeln aufgehängt, werden sie zum Hingucker und ganzen Stolz der kleinen Bastelkünstler.
Viel Spaß!
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Happiness is letting go of what you think your life is supposed to look like and celebrating it for everything that is. – Mandy Hale
#cowork2019 – Ein Konferenzrückblick
Gestern ging die diesjährige deutschsprachige Coworking-Konferenz, die #cowork2019 in Mannheim zu Ende – schon jetzt eines meiner persönlichen Highlights des Jahres.
Rund 160 Konferenzteilnehmer*innen können auf drei energie- und themengeladene Konferenztage rund um Coworking sowie flexible und kollaborative Arbeitswelten zurückblicken. Inspirationsquelle und Veranstaltungsorte waren das C-Hub in Mannheim sowie die breidenbach studios in Heidelberg, beliebte Coworking-Hotspots der Metropolregion Rhein-Neckar. An dieser Stelle ein Dank an das Orga-Team für seine beeindruckende Arbeit.

Markus Albers | #cowork2019
Keynote-Speaker Markus Albers (Rethink) eröffnete die Konferenz mit einem ganz persönlichen Blick auf die Chancen und Herausforderungen einer flexiblen Arbeitskultur als Führungskraft oder Mitarbeiter*in. Der Grundgedanke einer besseren Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, z.B. Im Familienalltag steht hier dem Ergebnis gegenüber zwar nicht konsequent im Büro aber dennoch immer erreichbar zu sein zu wollen – eine Freifahrtskarte ins Burn Out?

Anja C. Wagner | #cowork2019
Anja C. Wagner, ebenfalls Keynote-Speakerin des Abends, hinterfragt wiederum kritisch, ob die deutsche Volkswirtschaft in ihrer gegenwärtigen Verfassung überhaupt zukunftsfähig ist. Lediglich 35% der Arbeitnehmer*innen deutschlandweit sind noch in festen Arbeitsverhältnissen beschäftigt. In Coworking Spaces sieht sie die Chance, digitale Kompetenzen zu vermitteln und Arbeitnehmer zu befähigen, eigene Unternehmen zu gründen. Nur so kann sich Deutschland für die Zukunft rüsten.
Hier schloss sich auch die nachfolgende Podiumsdiskussion an, und fokussierte die Frage, ob Startups von Coworking Spaces profitieren können. Zwar gewichteten die Podiumsmitglieder Silke Roggermann (Super7000), Frank Zumbruch (Startup Mannheim), Andrea Kranzer (Business Angel) und Matthias Burgbacher (PLAN KOOPERATIV) die Relevanz von Startups für die jeweils eigenen Arbeitsfelder sehr unterschiedlich, doch die Erfahrung, dass Coworking Spaces nicht nur für Startups ein elementarer Beitrag zum Unternehmenserfolg sein können, wurde einstimmig geteilt.

Carsten Foertsch | #cowork2019
Untermalung dieser Annahme und gleichzeitig unterhaltsamer Abschluss des Abends war das von Carsten Foertsch präsentierte, aktuelle Global Coworking Survey. Warum Coworker Coworking Spaces besuchen, beantworteten die Befragten u.a. mit ihrer Suche nach Interaktion und Vernetzung und produktiveren Arbeitstagen.

barcamp | #cowork2019
Tag 2 der Konferenz widmete sich dem alljährlichen barcamp – eine großartige Chance für die Teilnehmer*innen, Themen aktiv mitzugestalten, in den direkten Austausch zu treten und Fragen an die Experten zu richten. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr Sessions rund um die landesweite Vernetzung bestehender Coworking Spaces, die Sonderheiten von Coworking-Konzepten im ländlichen Raum und wiederkehrend, die Frage nach den Tools, Ausstattungen und Konzepten erfolgreicher Coworking-Spaces.

SAP APP Haus -Workshop: Storytelling | #cowork2019
Das Team des SAP APP Hauses Heidelberg bot am letzten Konferenztag die Möglichkeit, einige der von ihnen entwickelten Kreativtools auf insbesondere letztere Fragestellung anzuwenden und auszuprobieren. Danke an das Tema “Hubert”. Ihr wart großartig und der Testlauf mit euch eine Freude!
Wer einen Selbstversuch starten möchte. Die vorgestellten Tools wie z.B. Scenes, mit dem sich in wenigen Schritten ein kreatives Storytelling visualisieren lässt, steht kostenlos zum Download zur Verfügung.
Die Loslösung vom unternehmerischen oder heimischen Schreibtisch und tägich-grüßt-das-Murmeltier-nine-to-5-Bürotagen ist eine Bewegung, die bereits seit einigen Jahren nicht nur in Deutschland Arbeitnehmer und -geber umdenken lässt. Die deutsche Coworking-Bewegung, allen voran die German Coworking Federation als auch Coworking-Pioniere wie das St. Oberholz (Berlin), das betahaus (Berlin), das super700 (Düsseldorf) oder das coworking0711 (Stuttgart) u.v.m. leisten hier wertvolle und unermüdliche Arbeit NewWork-Ansätze zu etablieren und professionalisieren.
Erfolge zeigen sich vielseitig und nachhaltig, wie z.B. im kürzlich eröffneten Blok O (Frankfurt Oder), das erfolgreich den Unternehmenssitz der lokalen Spardabank mit einer offenen Coworking-Fläche kombiniert. Es ist das erste Projekt dieser Art- und zweifellos zukunftsweisend. Beispielhaft für das Umdenken innerhalb eines Unternehmens ist auch der von Siemens eigens für seine Mitarbeiter und Geschäftspartner eröffnete Coworking-Standort in München.
Das Verständnis von Coworking ist und bleibt nicht nur unter den Konferenzteilnehmern eine wiederkehrende und kontrovers diskutierte Frage – eine Stärke, wie ich finde. Die Heterogenität der Antworten darauf spiegelt die ebenso einzigartige Heterogenität der deutschen Coworking-Szene wider. Für mich birgt sie eines der größten Potenziale, im Gespräch zu bleiben, ihre Philosophie voran zu treiben und entlang des Coworking Manifests Begriffe wie Kreativität, Empowement, Kollaboration, Vernetzung, Wertschöpfung und Achtsamkeit beispielhaft mit Leben zu füllen. Ganz in diesem Sinne gehts morgen vom home office wieder in einen Coworking space, ein persönliches Mitbringsel der Konferenz: Das Team von Cowomen hat ihr großartiges Konzept ebenfalls auf der #cowork2019 vorgestellt. Ich bin neugierig geworden und gespannt darauf es auszuprobieren!
Lesenswert: Ein Café am Rande der Welt
Bald steht Weihnachten vor der Tür und die Suche nach besonderen Geschenken für die Liebsten geht wieder los. Ganz oben auf meiner diesjährigen Geschenkeilste ist das Buch “Ein Café am Rande der Welt”.

Café am Rande der Welt
Von Autor John Strelecky zwar bereits schon 2003 verfasst, ist seine Geschichte eine zeitlose und zudem liebevolle Ode an das Leben:

Cafè am Rande der Welt
Als Protagonist John, Werbemanager, sich entschließt, dem hektischen Alltag zu entfliehen und sich auf seiner Reise von bekannten Wegen ohne die Hilfe einer Landkarte führen zu lassen, endet seine Reise schon bald darauf – mit leerem Benzintank, fernab von der geplanten Route, irgendwo vor einem ihm unbekannten Café am Rande der Welt.
Müdigkeit und Hunger lassen ihn nach kurzem Zögern eintreten. Dies wird zur Wende in seinem Leben. Denn im Café trifft er nicht nur ganz unvorbereitet, unumgehbar manifestiert auf der Frontseite der Menükarte, auf die zentrale Frage des Buches und ebenso die seines weiteren eigenen Weges: “Warum bist du hier?”. Im Café begegnet er auch Koch Mike und Kellnerin Casey, die ihn mit viel Charme, Offenheit und Geduld durch Fragen und Antworten begleiten, die den Sinn seines Lebens ganz neu zu beleuchten scheinen ohne belehren zu wollen.
John Strelecky schafft hier in seiner humorvollen Schreibweise ein sehr anregendes und leicht konsumierbares Werk. Schlichte, dennoch farbintensive Illustrationen beleben das Erzählte und laden die Leserschaft dazu ein, eigene Gedanken in die Ferne schweifen zu lassen. Für alle Liebhaber gebundener Ausgaben ist nicht zuletzt das liebevoll kuratierte Hardcover mit dezenten Goldprägungen eine absolute Empfehlung.

Cafè am Rande der Welt
Die Printausgabe kann online bei etwa 25 Händlern für ca. 15 Euro bestellt werden. Für Diejenigen, denen die Zeit zum Lesen fehlt, steht außerdem eine Audioversion des Buches zur Verfügung.
DIY: Dimmbare LED-Tafelwandlampe fürs Kinderzimmer

DIY dimmbare LED-Wandlampe fürs Kinderzimmer
Mit schnellen Schritten kehrte der Herbst zurück und damit auch die Dunkelheit am frühen Abend. Mehr Licht muss her – so der Gedanke. Insbesondere das Minikind sollte es bei dimmbarem Einschlaf- und Leselicht gemütlich haben. Kurzerhand entstand dieses DIY Projekt. Inspirationen fand ich dafür auf YouTube & Co. Die Umsetzung war einfacher als gedacht. Wer es nachmachen will, findet hier eine Anleitung:
Zubehör:
Holzkleber
Heißkleber
Kreisrunde Holzplatte, Durchmesser ca. 60 cm
dünnes, aber stabiles Holzbrett, ca 100 x 80 cm
Holzleiste, Höhe mind. 3 / Länge: ca. 2 m / Breite ca. 3-5 cm
LED Lichterkette mit Schalter, ca. 5 m
Tafelfarbe (dunkelblau und hellblau)
Acrylfarbe
Werkzeuge:
Pinsel
Schrauben
Akkuschrauber
Lötkolben
Heißklebepistole
Auch ohne Vorkenntnisse lässt sich dieses Projekt wunderbar an einem Tag realisieren. Uns so gehts:
1. Schritt – die Grundplatte:

Streichen der Grundplatte mit Tafelplatte
Zunächst habe ich die Grundplatte mit der dunklen Tafelfarbe gestrichen. Ein Anstrich genügte. Nach dem Trocken habe ich mit dem Schwamm die hellblaue Tafelfarbe beliebig auf die Platte getupft um einen plastischen Effekt des nachtblauen Himmels zu erzeugen. Mit gelber Acrylfarbe und einer Mischung verschiedener flacher und runder Pinsel habe Sterne auf die Platte gezeichnet.
Die Farben sollten vor dem nächsten Arbeitsschritt gut getrocknet sein. Denn als nächstes muss die Platte mit der bemalten Seite auf den Boden gelegt werden. Auf der jetzt nach oben zeigenden Rückseite der Grundplatte werden nun die Holzleisten u-förmig angebracht (lange Leistenteile entlang der langen und kurze Leiste oben entlang der kurzen Seite der Platte) kleben. Die untere Seite der Platte bleibt offen.
Die Holzleisten dienen später einerseits als Abstandhalter und Aufhängemöglichkeit zur Wand als auch als Klebegegenstück für den LED Lichtstreifen.
Tipp: Die Leisten etwa im Abstand von max. 3 cm zum Rand der Platte kleben, damit nachher ausreichend Licht leuchten kann. Außerdem empfiehlt sich bei längeren Grundplatten ggbf. eine weitere kurze Leiste in der Mitte der Platte zur Stabilsierung zu platzieren.
Hack: Als Ersatz für die einzelnen Holzleisten habe ich hier übrigens eine alte Leinwand verwendet, eine der kurzen Holzrahmenseiten rausgelöst und hinter die Grundplatte geklebt.
2. Schritt – der Elefant:

Elefant – gezeichnet mit Acryl auf Holzplatte
Das Motiv eurer Wahl könnt ihr am besten auf einer stabilen Pappe oder dünnen Holzplatte (max. 0,5 cm) aufzeichnen und mit Cutter oder Schere zuschneiden. In meinem Fall fiel die Wahl auf einen Elefanten. Ich habe hier mit Acrylfarben gezeichnet. Sie sind geruchlos und eignen sich damit perfekt fürs Kinderzimmer.
Hack: Ich habe für den Elefanten als Grundlage übrigens die Rückwand eines Ikea-Fotorahmens verwendet. Den hatte ich noch aus einem kaputten Rahmen übrig. Die Platte ist ausreichend stabil und ließ sich mit etwas Kraft sogar mit Schere zuschneiden.
3. Schritt – der Mond

Mond – Durchmesser ca. 60 cm
Die Platte für den Mond habe ich online bei expresszuschnitt.de bestellt und auf meine gewünschten Maße zuschneiden lassen. Bestellprozess und Lieferung verliefen unkompliziert und zuverlässig. Wer eine Kreissäge zur Hand hat, kann natürlich den Selbstversuch wagen. Allerdings müssen hier natürlich für Zuschnitt und Nachbearbeitung mehr Zeit einkalkuliert werden.
Farbe und Motiv habe ich wie zuvor auf der Grundplatte mit Acrylfarben via Pinsel und Schwamm-Tupf-Technik aufgetragen.
Nach Trocknen der Farbe werden auch auf der Rückseite des Mondes mit Holzkleber Leisten aufgeklebt. Ähnlich wie auch bei der Grundplatte dienen sie als Abstandshalter, zur Stabislierung und Verschraubung mit der Grundplatte. Bitte auch hier auf einen ausreichenden Abstand zum Rand achten, allerdings nicht größer als ca. 3 cm.
4. Schritt – Löcher bohren und LEDs löten:
Dieser Schritt braucht, sitzt man vielleicht zum ersten mal an einem solchen Projekt, etwas Geduld. Aber keine Scheu – ist alles machbar.
Nach Belieben könnt ihr nun an den Stellen mit dem Akkuschrauber (Holzbohreraufsatz) Löcher in den Mond und die Grundplatte bohren, an denen das LED-Licht als “Stern” später durchleuchten darf. Bitte auch an ein extra Bohrloch auf Höhe des Mondes denken, durch das die LED-Kette aus der Grundplatte zur Rückseite des Mondes durchgefädelt werden kann!
Tipp: Die Bereiche an denen nachher der Mond und Elefant montiert werden, können die Bohrlcöher natürlich ausgespart werden. Es empfehlen sich übrigens auch unterschiedliche Lcohgrößen, um das ganze etwas aufzulockern.
Nun kann die LED-Lichtkette zuerst auf der Grundplatte fixiert werden. Angefangen habe ich hier unten auf der Außenseite einer der beiden langen Holzleisten auf der Grundplatte. Über die obere kurze Leiste bin ich dann wieder nach unten zum Ende der zweiten langen Holzleiste gegangen. Die LED-Kette wurde dankenswerter bereits mit Klebenstreifen geliefert.
Wichtig: Bitte den LED–Streifen direkt auf der Leiste und nicht auf der Grundplatte aufkleben. Die LED-Leuchten müssen an allen Seiten aus dem Rahmen rauszeigen. Der Ein-/Ausschalter sollte nach unten verlaufen.
Um die unterschiedlichen Bohrlöcher, auch die in der Mitte des Bildes, ideal auszuleuchten, habe ich die LED-Lichtkette an den markierten Stellen vorsichtig zerschnitten, die Einzelstücke entlang der Löcher geklebt und neu verlötet. Dieser Schritt kann zur Not auch weggelassen werden.
Wichtig: Unerlässlich ist es aber, den LED-Streifen durch das extra Bohrloch zu fädeln, bevor die Kette auf dem Mond aufgeklebt wird. Um beim Mond eine runde Klebefläche zu erzeugen, habe ich einen alten Reifen auf die Rückseite geklebt. Im Prinzip kann dieser auch mit einer dicken Korderlschnur o.ä. nachgeahmt und mit Heißkleber stabil fixiert werden. Wie auch bei der Grundplatte gilt darauf zu achten, dass die LED-Lichter so aufgeklebt werden, dass sie aus dem Rahmen rauszeigen.
5. Schritt – Alles miteinander montieren:

Montage der Einzelteile
Im letzten Schritt müssen nun alle Einzelteile miteinander montiert werden. Im Falle des Elefanten habe ich das Motiv simpler Weise einfach mit Heißkleber auf die Platte geklebt.
Der Mond kann nun an gewünschter Stelle mit der Grundplatte verschraubt werden. Dabei sollten die zuvor montierten Holzleisten als Schraubstellen dienen.
Es ist geschafft. Vielleicht wollt ihr auf der Tafel dem Minikind noch einen kleinen Guten-Nacht-Gruß hinterlassen. In jedem Fall viel Freude mit dem neuen Werk!
Wer Fragen und Anregungen zu dieser Anleitung hat, sei eingeladen, sie hier notieren. Ich freue mich über euer Feedback.
Ich ziehe meinen Hut, Herr Nachbar!
Neulich, mitten im Großstadtdschungel, vor unserem Wohnzimmerfenster, da hat sich, fast unbemerkt, ganz im Kleinen ein großes Zeugnis von Zivilcourage ereignet.
Was war passiert?
Es war schon spät. Die Laterne vor dem Fenster leuchtete majestätisch auf die einladende Sitzbank. Am Tage ein beliebter Sonnen- und Sammelplatz für Spaziergänger, Familien, Senioren, Verliebte oder Streitende. Nachts nicht selten Ankerpunkt für verloren wirkende Seelen. Auch an diesem Abend schien es wie oft zu sein. Während allmählich die Lichter in den Fenstern drumherum erloschen, ertönte von draußen ein erbittertes Geschrei. Fluchen, Beschimpfungen, Tränen, dann wieder Geschrei – diesmal ein junge Frau. Was sie so verzweifeln lässt, ist in ihrer Aufregungen kaum zu verstehen.
Oder will ich es gar nicht verstehen? Ich bin genervt von dem Krach. Schnell tendiere ich innerlich dazu ebenfalls zu fluchen. Immerhin ist es doch schon spät. Was soll dieser Lärm? Kann diese Frau nicht woanders hingehen? Es hat starke Nerven gekostet, dass Kind zum Schlafen zu bringen. Eine weitere Nachtschicht muss wirklich nicht sein.
Was sich dann ereignet, hat mich wahnsinnig berührt: ein Nachbar aus dem Nebenhaus nähert sich der Bank. Tagsüber ist sein Markenzeichen meist ein auffälliger, brauner Hut. Ohne Vorbehalte spricht er die junge Frau an. Es scheint sich an anregendes Gespräch zu ergeben. Wie ich später erfahre, verzweifelt die junge Frau an einem Kampf mit Behörden. Sie braucht Hilfe, da sie ein krankes Familienmitglied pflegt. Wer kennt diese Situation nicht: Behördengänge, zumal in der Großstadt können Einen schnell an den Rande des Wahnsinns bringen.
Das Gespräch der Beiden scheint die junge Frau zu beruhigen. Freundschaftlich verabschiedet man sich. Herzhaftes Weinen bricht aus der Frau heraus. Der erste Schritt zu neuem Mut. Sie kommt wieder zu sich und geht nach Hause. Als sie Tage später an mir vorbeiläuft sind ihre Probleme vermutlich noch immer nicht gelöst. Aber, sie wirkt gefasst – weit entfernt von der scheinbar verrückten Person von neulich Nacht.
Ich ziehe meinen Hut Herr Nachbar! Dieser kleine Schritt ist für mich ein herzerwärmendes Beispiel von Achtsamkeit und Zivilcourage. Nicht nur für diese junge Frau war es eine große Geste – für mich folgt daraus eine Notiz an mich selbst: Vorurteile überdenken! Nicht den Mensch hinter einem Ereignis aus den Augen verlieren. Kurz innehalten bevor man sein Urteil fällt.
Danke für diese Erinnerung.